Beihefte zum Jahrbuch für fränkische Landesforschung
Franconia 9

JFLB 09

ISBN 978-3-940049-23-0

HISTORISCHE KRIMINALITÄTSFORSCHUNG IN LANDESGESCHICHTLICHER PERSPEKTIVE

Fallstudien aus Bayern und seinen Nachbarländern 1500 – 1800
Referate der Tagung vom 14. bis 16. Oktober 2015 in Wildbad Kreuth

herausgegeben von Wolfgang Wüst
redaktionelle Mitarbeit Marina Heller

2017. Festeinband
XXII und 360  Seiten, diverse Abbildungen

VK 29,80 EUR

Abbildung auf der Einbandvorderseite

Der historischen Kriminalitätsforschung in landesgeschichtlicher und regionaler Perspektive widmete sich das Symposium des Zentralinstituts für Regionenforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Wüst, dessen Ergeb­nisse in diesem Band präsentiert werden.

Mit dem zeitlichen Schwerpunkt der frühen Neuzeit beschäftigen sich namhafte Historikerinnen und Historiker mit Fragen zu Landessicherheit, Zucht- und Arbeitshäusern, Räuberbanden und Vaganten, Hexen, Alkohol und Gewalt, Brandstiftung, Mord und Totschlag, Gerichtswesen und Bestrafung sowie Devianz und Kriminalität in Wirtshäusern.

Über den Herausgeber: Prof. Dr. Wolfgang Wüst ist seit dem Jahr 2000 Inhaber des Lehrstuhls für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

VERZEICHNIS DER AUTORINNEN UND AUTOREN
Prof. Dr. Gerhard Ammerer, Paris Lodron Universität Salzburg
Dr. Fabian Brändle, Zürich
Dr. Stefan Breit, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Dirk Brietzke, Universität Hamburg
Dr. Daniel Burger, Staatsarchiv Nürnberg
Prof. Dr. Günter Dippold, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Prof. Dr. Gerhard Fritz, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Prof. Dr. Karl Härter, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main / Technische Universität Darmstadt
Marina Heller, M.A., Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Markus Hirte, Mittelalterliches Kriminalmuseum, Rothenburg ob der Tauber
Dr. Satu Lidman, University of Turku
PD Dr. Christof Paulus, Ludwig-Maximilians-Universität München / Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Michael Johannes Pils, Düsseldorf
Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, Technische Universität Dresden
Vera Sommerkorn, M.A., Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Sabine Wüst, Nürnberg
Prof. Dr. Wolfgang Wüst, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
Vorwort
Wolfgang Wüst / Marina Heller / Vera Sommerkorn
Themeneinführung

SEKTION I: REGIONENÜBERGREIFEND
Gerd Schwerhoff
Kriminalitätsgeschichte – eine kurze Standortbestimmung

Karl Härter
Grenzübergreifende Kriminalität von Vaganten und Räuberbanden –
interterritoriale Strafverfolgung und Landessicherheit im Alten Reich (1648–1806)

Wolfgang Wüst
Arbeitsstrafen – Die Rolle der Zucht- und Arbeitshäuser in Süddeutschland

Dirk Brietzke
Arbeitszwang und Disziplinierung. Die Zucht- und Arbeitshäuser in den Städten Hamburg, Bremen und Lübeck im 17. und 18. Jahrhundert

Markus Hirte
Hexereidelikt und Hexenprozess

SEKTION II: ALTBAYERN UND SCHWABEN
Satu Lidman
Alkohol und Gewalt: Strafpraxis und Regelungen im frühneuzeitlichen Bayern

Stefan Breit
Die Herrschaften Hohenaschau und Wildenwart – adelige Hochgerichtsbezirke im Fürstentum Bayern

Gerhard Fritz
Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit in Schwaben

Michael Johannes Pils
Ein Fall von Brandstiftung in Schwaben und seine historische Einordnung

SEKTION III: FRANKEN
Günter Dippold
Diebe im frühneuzeitlichen Franken

Christof Paulus
Mord und Totschlag in der Herrschaft Schwarzenberg? Eine erste Auswertung der Centenalprotokollserie

Daniel Burger
Waldfrevel, Schwarzbau, Gewalt und Beleidigung vor den Nürnberger Forstgerichten und dem Zeidelgericht Feucht

Marina Heller
Kriminalität und Strafverfolgung: Die Quelle der fränkischen Diebeslisten aus dem 18. Jahrhundert

Sabine Wüst
Meister Franz – Henker aus „Leidenschaft“

SEKTION IV: ÖSTERREICH UND SCHWEIZ
Gerhard Ammerer
Obrigkeitliche Maßnahmen und gerichtliche Verfolgung von Vagierenden im Habsburgerreich des 18. Jahrhunderts

Fabian Brändle
Ehre, Messer und „der starke Früe“ – Wirtshäuser und die Kirmes als Orte physischer Gewalt und Kriminalität in der Schweiz, 1500–1840

Abkürzungen
Orts- und Personenregister

Der Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte und das Zentralinstitut für Regionenforschung (Sektion Franken) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg veranstalteten in Kooperation mit dem Institut für Politische Bildung der Hanns-Seidel-Stiftung vom 14. bis 16. Oktober 2015 in Wildbad Kreuth eine internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema: „Historische Kriminalitätsforschung in landeshistorischer Perspektive – Fallstudien in Bayern (Franken, Schwaben, Altbayern) und seinen Nachbarländern in Spätmittelalter und früher Neuzeit“. Die Referenten kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Finnland. Für die Drucklegung der bebilderten und erweiterten Tagungsmanuskripte entschieden wir uns nicht zuletzt wegen der landeshistorischen Perspektive und des süddeutsch-fränkischen Themenschwerpunkts – zwei Sektionen trugen dieser regionalen Ausrichtung Rechnung – für die bereits eingeführte, renommierte Reihe der „Franconia. Beihefte zum Jahrbuch für fränkische Landesforschung“.

Die Kriminalitätsgeschichte ist vor allem im deutschsprachigen Kulturraum immer noch ein relativ junger Bereich der interdisziplinären Forschung. Ganz anders war die Situation im englisch- und französischsprachigen Raum. Dort zählte die Geschichte der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kriminalität seit 1945 zu den Kernthemen im Diskurs der Kultur-, Rechts- und Gesellschaftswissenschaften. Gerd Schwerhoff, Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte der Frühen Neuzeit und „Altmeister“ der Kriminalitätsgeschichte, sprach deshalb bereits 1992 von einem „verspäteten Forschungszweig“, der sich in Deutschland aber zusehends etabliere. Pionierarbeit leistete dabei seit 1991 der Arbeitskreis „Historische Kriminalitätsforschung“, der regelmäßig zu Tagungen in die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim einlud. Im Jahr 2010 löste sich der Arbeitskreis nach zwanzig Zusammenkünften leider auf. Unsere am Ort des ehemaligen Badehauses der Äbte vom Tegernsee und im damaligen Kulturzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth durchgeführte Tagung knüpft unter primär landeshistorischer Perspektive an die jung gebliebene Tradition dieser Kriminalitätsgeschichte an. Es werden hauptsächlich Ergebnisse aus verschiedenen Regionen im heutigen Bundesland Bayern vorgestellt – ergänzt durch andere Landschaften und Untersuchungsräume, einschließlich des Hanseraums, Österreichs und der Schweiz. Die Beiträge verstehen sich auch als Brücke zwischen der Kriminalitäts- und der Landesgeschichte.

Zur Tagung wurden insgesamt sechzehn Referenten eingeladen, deren Beiträge nun für den neunten Band der genannten „Franconia“ zeitnah zur Publikation anstanden. Leider konnten wiederum nicht alle Referenten ihre Vorträge auch zum Druck bringen. Ihre Ergebnisse wurden aber in die erweiterte Themeneinführung integriert und sie blieben Teil des Tagungsberichts von Frau Vera Sommerkorn für H-Soz-Kult (Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften) vom 8. Februar 2016.1 Gegenüber dem Tagungsstand konnten aber zusätzlich die Beiträge von Fabian Brändle (Zürich), Martin Hirte (Rothenburg ob der Tauber) und Sabine Wüst (Nürnberg) eingeworben werden.

Das Vorwort gibt dem Herausgeber Gelegenheit, in vielerlei Richtung Dank auszusprechen. Zuallererst ist den Autorinnen und Autoren der verschiedenen Fachdisziplinen zu danken, die mit ihren Beiträgen den Band überhaupt erst möglich gemacht haben. Ein weiterer Dank gilt der Hanns Seidel Stiftung e.V. in München für die Unterstützung unserer vorbereitenden Tagung, zu der wir traditionell wieder einen ausgewählten Kreis Erlanger Geschichtsstudenten laden konnten. Der mit einigen Bildern illustrierte, in gediegener Druckausstattung ausgeführte und mit einem Register erschlossene Band konnte nur dank der finanziellen Unterstützung zahlreicher Stiftungen und Förderer realisiert werden. Zum Förderkreis zählten neben den oben genannten Veranstaltern: Die Forschungsstiftung Bayerische Geschichte in München, die Oberfranken Stiftung in Bayreuth und die Friedrich Freiherr von Haller’sche Forschungsstiftung in Nürnberg.

Schließlich danke ich Frau Marina Heller, M.A. für zuverlässige und sorgfältige Korrektur-, Register- und Redaktionsarbeiten, Herrn Martin Seeburg, B.A. für die sorgfältigen Korrekturarbeiten, sowie Frau Lisa Bauereisen, M.A. und Herrn Christian Gürtler, für die umfangreiche Unterstützung bei den Registerarbeiten. Frau Sigrid Strauß-Morawitzky in Stegaurach besorgte die weitere Buchbetreuung, die Erstellung des Layouts und die Aufnahme in das Programm des Wissenschaftlichen Kommissionsverlags. Die Verlagsdruckerei Schmidt in Neustadt/Aisch war Garant für die professionelle Drucklegung.

Der nunmehr neunte Band dieses im Jahr 2003 begonnenen Publikationsorgans setzt die genannte Franconia-Reihe fort, in der in vergleichender Perspektive zu fränkischen und süddeutschen Themen auch andere europäische Regionen Berücksichtigung finden. Wir wünschen dem Band eine gute Aufnahme in Wissenschaft, Buchhandel, Schulen und Öffentlichkeit.

1 Tagungsbericht: Historische Kriminalitätsforschung in landesgeschichtlicher Perspektive, 14.10.2015 – 16.10.2015 Wildbad Kreuth, in: H-Soz-Kult, 08.02.2016: URL: www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6378 (aufgerufen am 1.3.2017).

PDF-ICON - Wolfgang Wüst unter Mitarbeit von Marina Heller: Themeneinführung

 

PDF-ICON _ Vera Sommerkorn: Themen und Beiträge

Informationsknotenpunkt  E-Mail Forum Geschichte Bayerns
Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Geschichte Bayerns _ Wissenschaftlicher Gemeinschaftsblog zur bayerischen Landesgeschichte

Fränkischer Anzeiger vom 26.06.2017, Kriminalität gestern und heute von Werner Weber

Beitrag 'Arbeitszwang und Disziplinierung'

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Die Korrekturen konnten für den Druck nicht mehr verarbeitet werden.

PDF-ICON _ Beitrag von Dirk Brietzke

Arbeitszwang und Disziplinierung. Die Zucht- und Arbeitshäuser in den Städten Hamburg, Bremen und Lübeck im 17. und 18. Jahrhundert

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