Beihefte zum Jahrbuch für fränkische Landesforschung

Franconia 6

» zurück

JFLB 06

ISBN 978-3-940049-16-2

INDUSTRIELLE REVOLUTION
Regionen im Umbruch:
Franken, Schwaben, Bayern

Referate der Tagung am 12. / 13. 03. 2012 im Bildungszentrum Kloster Banz

herausgegeben von Wolfgang Wüst und Tobias Riedl unter Mitarbeit von Magdalena Prechsl

2013. Festeinband
504 Seiten, zahlreiche Abbildildungen

VK 29,80 EUR

Abbildungen auf der Einbandvorderseite

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
Vorwort
Industrielle Revolution ‒ Zur Themeneinführung

SEKTION 1: VORBILD(N)ER
Wolfgang Wüst, Protoindustrialisierung in Süddeutschland: frühe Themenzugänge
Karl Heinz Metz, Industrialisierung in Westeuropa als Vorbild für Bayern
Stephanie Koblbauer, Der Wandel vom Agrar- zum Industrieland ‒ der bayerische „Take-off“ durch die Industrialisierung
Alexander Estel, Industriebarone und Barone in der Industrie ‒ Adel durch die und in der Industrialisierung
Georg Seiderer, Eisenbahnbau in Bayern 1840 bis 1973

SEKTION 2: STADT UND INDUSTRIALISIERUNG
Charlotte Bühl-Gramer, Eine Revolution in den Amtsstuben! Bewältigungsstrategien und Kommunikationsformen der Stadtverwaltung beim Auf- und Ausbau städtischer Infrastrukturen am Beispiel Nürnbergs
Andrea Groß, Leben und Arbeiten am Nürnberger Rangierbahnhof
Manfred Scholz, Polytechnik und Industrialisierung in Nürnberg im 19. Jahrhundert
Nicole Garbe, Kinderarbeit zur Zeit der Industrialisierung in Deutschland ‒ ein Fallbeispiel der bayerischen Industriestadt Nürnberg
Karl Borromäus Murr, Ein „deutsches Manchester“? Augsburgs Textilindustrie im 19. Jahrhundert
Gerhard Seibold, Augsburger und Nürnberger Kaufleute zwischen Verfassungskonflikt und Industrialisierung
Tobias Riedl, Die „moderate“ Revolution ‒ Überlegungen zur Frühphase der Industrialisierung am Beispiel Augsburg
André Widmann, Die Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg M.A.N. ‒ Symbiose technischer Innovation und ökonomischer Weitsicht
Karl Gattinger, Über Industrialisierung und Stadtbild ‒ Veränderungen am Beispiel der Münchner Altstadt
Bernd Winkler, Die Kulmbacher Brauindustrie ‒ Entstehung und Entwicklung bis 1914
Peter Kraus, Mälzereien im Erlanger Umland ‒ die Industrialisierung im Brauereiwesen im 19. und frühen 20. Jahrhundert

SEKTION 3: REGION UND INDUSTRIALISERUNG
Günter Dippold, Von der Stadt aufs Land? Wege der frühen Industrialisierung am Beispiel Frankens
Sabrina Grünewald, Industrialisierung in der Kleinstadt: das Beispiel Lauf an der Pegnitz
Rebecca Kraus, Im Schatten der Industrialisierung ‒ Dörfliche Strukturen im Nürnberger Land vor dem 1. Weltkrieg
Kathrin Kowalzik, Arbeit und Leben im „langen“ 19. Jahrhundert ‒ sozialhistorische Perspektiven der Industrialisierung im fränkischen Raum
Arnd Kluge, Faktoren der Industrialisierung in Nordost-Oberfranken

SEKTION 4: „ANGEWANDTE“ INDUSTRIALISERUNG
Jens Riesner, Industriegeschichte.net ‒ Die richtige Verbindung zwischen Internet und Kultur
Hans-Peter Bärtschi, Was von der Industrie bleibt: die Schweiz ‒ ein Vergleichsmodell?
Eva Moser, Das Bayerische Wirtschaftsarchiv: eine Gemeinschaftseinrichtung der bayerischen Industrie- und Handelskammern als Forschungsportal für die regionale Industrialisierung
Matthias Henkel, Die Musealisierung des Maschinenzeitalters von der Industrialisierung zur Industriekultur

Register

Vom 12. bis 14. März 2012 veranstalteten die Sektion Franken des Zentralinstituts für Regionenforschung und der Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landes­geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Koope­ration mit der Hanns Seidel Stiftung e.V. im Bildungszentrum Kloster Banz eine Fach tagung zum in der Forschung lange vernachlässigten Thema „Eine Revolution im Wasserglas? Bayerns Industrialisierung im lokalen und regionalen Kontext 1806- 1918“. Die Tagung stieß auf ein reges öffentliches Interesse und lebhafte Diskussion schloss sich an jedes der einzelnen Referate an. Dies war zugleich für die Veranstalter der Auftrag, für die Nachhaltigkeit der forschungsbasierten Ergebnisse zu sorgen und die Drucklegung der Vorträge in die Wege zu leiten. Die nun vorliegende, im Wis­senschaftlichen Kommissionsverlag in Stegaurach als Band 6 der Reihe „Franconia. Beihefte zum Jahrbuch für fränkische landesforschung“ zeitnah erschienene Publi­kation ist Ergebnis dieser ersten Standortbestimmung.

Das Vorwort gibt den Herausgebern Gelegenheit, in vielerlei Richtung ihren Dank auszusprechen. Zuallererst ist den Autorinnen und Autoren der verschiedensten Fachdisziplinen zu danken, die mit ihren Beiträgen den Band überhaupt erst möglich gemacht haben. Ein weiterer Dank gilt dem Institut für Politische Bildung der Hanns Seidel Stiftung e.V. in München für die großzügige Unterstützung unserer vorberei­tenden Tagung, zu der wir auch einen ausgewählten Kreis Erlanger Geschichtsstu­denten laden konnten. Der mit zahlreichen Bildern illustrierte, in gediegener Druck­ausstattung ausgeführte Band konnte nur dank der finanziellen Unterstützung zahlrei­cher Stiftungen und Förderer realisiert werden.

Zum Förderkreis zählten neben den oben genannten Veranstaltern: Die „Freunde und Förderer der Geschichtswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Er­langen-Nürnberg e.V.“ (FGE), die „Spaeth-Falk-Hammerbacher-Stiftung“ der Stadt Nürnberg, die „Kurt und Felicitas Viemetz Stiftung“ in Augsburg und die „Dr. Alfred Vinzl-Stiftung“ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Am Lehrstuhl gilt die Verbundenheit insbesondere unserer Lehrstuhlsekretärin, Frau Brigitte Platzer, die mit großem Engagement die Tagung wie auch den Tagungs­band unterstützte. Für das Register zeichnet Frau Magdalena Prechsl verantwortlich; auch ihr gilt unser bester Dank.

Schließlich danken wir Frau Sigrid Strauß-Morawitzky, Stegaurach, für die Buch­betreuung, die Erstellung des Layouts und die Aufnahme in das Programm des Wis­senschaftlichen Kommissionsverlags sowie der Vier-Türme GmbH. Benedict Press als der Druckerei der Mönche von Münsterschwarzach für die schnelle und zuverläs­sige Ausführung des Drucks.

Der vorliegende sechste Band setzt nun die nicht nur in Fachkreisen gut einge­führte Franconia-Reihe fort, in der in vergleichender Perspektive zu fränkischen The­men auch andere Regionen Berücksichtigung finden sollen, zumal wenn sie in einem Themenfeld von gesamtbayerischer Relevanz angesiedelt sind. Wir wünschen dem Band eine gute Aufnahme in Wissenschaft, Buchhandel, Schulen und Öffentlichkeit.

Wolfgang Wüst
Tobias Riedl

Landesgeschichte, zumal wenn man ihre Fragestellungen in einem traditionsreichen Agrarstaat aufnimmt, und Industrielle Revolution haben mehr miteinander gemein, als man auf den ersten Blick annehmen dürfte. Neben der vergleichenden Perspektive der Landesgeschichte und ihrer Ausrichtung als „regionale Kulturgeschichte“1 wandte sie sich seit den 1970er Jahren nicht nur dem Regionalen stärker zu, sondern erweiterte den chronologischen Zugriff – bis dahin primär auf das „Mittelalter“ konzentriert – hin zur Neuzeit;2 die Erforschung der Industrialisierungsgeschichte spielte in diesem Fall eine – wenn nicht gar die ‒ zentrale Rolle. Da sich die Industrialisierung – so die Überzeugung von Erich Maschke – an einzelstaatlichen Strukturen ausrichte, insbesondere wenn man ihre Anfänge betrachtet, sei es augenscheinlich Aufgabe der Landeshistoriker, diese auch zu erforschen.3 So darf man berechtigt fragen – und dies mit allem Nachdruck –, ob nicht das Phänomen einer Industriellen Revolution, sofern man es von ideell gedachten Modellen und prototypischen Denkmustern befreit, einzig und allein aus der Mikro-Perspektive zu beantworten ist. ... (gesamter Text siehe pdf)

PDF-ICON _ Einführung

PDF-ICON _FRIEDRICH J. BRÖDER in: Bayerische Staatszeitung (BSZ), 25.10.2013, Ressort: Sonstiges, Seite 7

» NN: ASTRID LÖFFLER: Einst wegweisend. Nürnberg war bei der Industrialisierung Spitze - in Nürnberger Nachrichten (NN), Wirtschaft, Freitag 05. Juli 2013,  S. 36; online unter www.norbayern.de