Reihe XIII - Neujahrsblätter - Heft 47

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R13H47

ISBN 978-3-86652-047-9

Otto Meyer
Die Christianisierung Frankens

St. Kilian vor dem Hintergrund des irischen
Einflusses auf das frühmittelalterliche Europa.
Mit einem Schriftenverzeichnis

herausgegeben von Klaus Arnold /
Ernst-Günter Krenig / Jürgen Petersohn

2006. Broschur
62 Seiten, 1 Abbildung

VK 8,40 EUR

 

Vorwort

Otto Meyer: Die Christianisierung Frankens

Erläuterungen zum Text von Jürgen Petersohn

Schriftenverzeichnis Otto Meyer

Von Otto Meyer betreute Dissertationen

Von Otto Meyer betreute Magisterarbeiten

Im Nachlaß Otto Meyers in der Staatsbibliothek Bamberg befindet sich unter der Signatur Msc. Add. 303/97 ein undatiertes Manuskript des am 11. Januar 2000 verstorbenen Gelehrten über Kilian und das Wirken weiterer Iren in Franken und im Frankenreich, das sich aufgrund einer dem Akt beigefügten Pressenotiz als Vorlage eines am 5. Oktober 1989 in Bad Windsheim gehaltenen Vortrags identifizieren läßt.

Der Text weist starke inhaltliche Entsprechungen zu einem späteren, leider nicht im Wortlaut erhaltenen Vortrag über das Thema »Die Christianisierung Frankens - einmal anders gesehen« auf, den Otto Meyer am 15. September 1995 auf der 85. Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für fränkische Geschichte in Bad Königshofen gehalten hat (vgl. Alfred Wendehorst, Bericht über die 85. Jahreshauptversammlung vom 15. bis 17. September 1995 in Bad Königshofen, Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte 58, 1995, S. 1255), weicht von diesem jedoch durch den thematischen Ausgriff auf die irischen Gelehrten auf dem Kontinent ab.

Otto Meyer hat sich mit der Gestalt und der Rolle Kilians bis in seine letzten Lebensjahre beschäftigt, wobei es ihm vor allem darum ging, den Mythos des Frankenmissionars durch das realistische Bild eines irischen Wandermönchs zu ersetzen, der durch seinen moralischen Rigorismus, namentlich in eherechtlicher Hinsicht, in einen unlösbaren Konflikt mit den politischen Herrschaftsträgern im östlichen Vorfeld des Frankenreichs geriet. Die Maßstäbe für diesen Paradigmenwechsel bezog er aus dem Vergleich mit dem Selbstverständnis und den Schicksalen anderer irischer peregrini auf dem Kontinent, namentlich seines älteren Landsmannes Columban.

Der Gelehrte hat die Ergebnisse dieser Forschungen, deren Bedeutung für das Geschichtsbild der Mainlande außer Zweifel steht, nie publiziert, so daß die Unterzeichneten es für gerechtfertigt halten, wenigstens das einzige ausgearbeitet vorliegende Zeugnis für seine Gedankengänge nachträglich der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorzulegen. Die hundertste Wiederkehr seines Geburtstags am 21. September 2006 gibt dafür den äußeren Anlaß.

Das Manuskript trägt keine Überschrift. Diese - jetzt der Untertitel der vorliegenden Publikation - hat sich jedoch dank freundlicher Mithilfe des Leiters des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim, Herrn Prof. Dr. Konrad Bedal, aus den dortigen Unterlagen ermitteln lassen. Die Herausgeber haben dazu einen Obertitel gewählt, der den Intentionen des Autors und dem Inhalt seiner Ausführungen einigermaßen entsprechen dürfte.

Der Text liegt in einem 16 Seiten umfassenden Typoskript vor, wobei es sich bei den ersten 13 Seiten um eine, wie handschriftliche Zusätze erkennen lassen, unter der Aufsicht des Autors erstellte Reinschrift handelt, während die anschließenden Seiten 13-15 (die Zahl 13 wurde zweimal vergeben) den Rest seiner eigenen Maschinenniederschrift darstellen.

Bei der Herstellung der Druckfassung wurden eindeutige Versehen stillschweigend verbessert, Textlücken in spitzen Klammern ergänzt. Syntax und Stilistik blieben als charakteristisches Zeugnis der Vortragsweise Otto Meyers unverändert.

Den Text vollständig mit Anmerkungen zu versehen, widersprach dem Uber-lieferungsbefund. Doch wurde eine fortlaufende Kommentierung beigegeben, die die wichtigsten Sachverhalte erläutert und Nachweise auf der Basis des heutigen Editions- und Forschungsstandes bietet.

Die Herausgeber haben sich die Arbeit so geteilt, daß Ernst-Günter Krenig die Gesamtkoordination dieser Ausgabe übernahm, Klaus Arnold für die Erfassung und Endredaktion der Texte verantwortlich zeichnet und Jürgen Petersohn sich um die Erläuterungen kümmerte.

Beigefügt ist ein von Klaus Arnold redigiertes Schriftenverzeichnis, welches zuerst in der Festschrift für Otto Meyer »Scriptorum opus« erschienen und in dessen »Varia Franconiae Historica«, Bd. II und III fortgeführt worden war; ergänzt um ein Verzeichnis der von Otto Meyer betreuten Dissertationen und Magisterarbeiten.

Die Unterzeichneten danken sehr herzlich dem Betreuer des schriftlichen Nachlasses Otto Meyers, Herrn Bibliotheksdirektor i. R. Prof. Dr. Bernhard Schemmel, Staatsbibliothek Bamberg, für wiederholte Hilfen, Zusendungen und Auskünfte, dem Gesamtausschuß der Gesellschaft für fränkische Geschichte für die Aufnahme des Manuskripts in die Reihe ihrer »Neujahrsblätter«, sowie der Unterfränkischen Kulturstiftung für ihren Druckkostenzuschuß.

Würzburg, im Frühjahr 2006                                                                                      Die Herausgeber

PDF-ICON  _ VBKG: Elisabeth Fuchshuber-Weiß in: ZBKG – ZEITSCHRIFT FÜR BAYERISCHE KIRCHENGESCHICHTE, 80. JAHRGANG 2011, SEITE 557, [1730]

FT: Winfried Schleyer: Kilian war kein Frankenapostel.Fränkischer Sonntag (Fränkischer Tag, Bamberg) Samstag, 28.10.06

DAEM: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Band 63,1 (R.S.)

MFJ:  Richard Zürrlein in Mainfränkisches Jahrbuch 61, 2009. S. 367

BLG: Dieter J. Weiss in: ZBLG - Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Band 73, Heft 1 / 2010, S. 215