Reihe XIII - Neujahrsblätter - Band 48

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R13B48

ISBN 978-3-86652-905-2



Dokumente zur Geschichte der Gesellschaft für
fränkische Geschichte und ihres Umfeldes 1905–1961

herausgegeben von Alfred Wendehorst


22010. Festeinband
542 Seiten


VK 42,80 EUR

 

Vorwort

Die Hundertjahrfeier der Gesellschaft für fränkische Geschichte (2004) bot Gelegenheit zu einem Rückblick, dessen archivalische Grundlagen an verschiedenen Stellen aufzuspüren waren.

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Die Gesellschaft verfügt nämlich über kein eigenes, vor das Jahr 1945 zurückreichendes Archiv. Der von den Vorstands-, gelegentlich auch von Ausschussmitgliedern geführte Briefwechsel verblieb in deren Nachlässen und gelangte günstigstenfalls in öffentliche Archive. Der wohl wichtigste Nachlass, nämlich der von Prof. Dr. Anton Chroust, verbrannte am 16. März 1945 in dessen Wohnung in Würzburg, Huttenstrasse 19. Durch Unachtsamkeit ist - wie das Stadtarchiv Ansbach mir bestätigte - auch der schriftliche Nachlass des Justizrates Dr. Adolf Bayer, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges I. Vorsitzender der Gesellschaft war (1946-1952), vollständig in Verlust geraten.

Die im Folgenden abgedruckten Dokumente zur Geschichte der Gesellschaft sind vor allem den zum Teil sehr umfangreichen Nachlässen von Friedrich Carl Fürst zu Castell-Castell, Wilhelm Engel, Erich Freiherr von Guttenberg, Theodor Kramer, Georg Leidinger und Erwein Graf von Schönborn entnommen. Die offensichtlich von keinem der Genannten - mit Ausnahme, wie es scheint, von Wilhelm Engel - vollständig überlieferten Briefnachlässe sind von unterschiedlicher Dichte und Ergiebigkeit. Die von Kramer und Engel sind erst grob beziehungsweise überhaupt noch nicht geordnet. Deshalb sind überraschende, weitere Funde nicht ganz auszuschließen.

Die abgedruckten Dokumente berichten über die Anfänge der Gesellschaft und die umstrittene Art der Leitung durch den Geschäftsführenden Sekretär, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg, das selten unproblematische Verhältnis zur 1927 gegründeten Kommission für bayerische Landesgeschichte; sie geben aufschlussreiche Einblicke in den Neubeginn fränkischer Landesgeschichtswissenschaft unter schwierigsten Arbeits- und Lebensbedingungen in der Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, sind auch Zeitzeugnisse für die Arbeitsziele und Arbeitsmöglichkeiten in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts und das menschliche und kollegiale Zusammenleben im Zeichen der Entnazifizierung mit ihren Verdächtigungen, Denunziationen und „Persilscheinen“, falschen Selbst- und Fremdeinschätzungen, Erwartungen und Enttäuschungen. Die Begründung, warum die Dokumentation gerade mit dem Jahr 1961 endet, bin ich im Vorwort zur ersten Auflage schuldig geblieben, die hier nachgeholt sei: Für die Gesellschaft ging 1961 die Nachkriegszeit mit ihren wissenschaftsorganisatorischen Problemen und ihren persönlichen Kontroversen zu Ende. Keiner der damals in Vorstand und Ausschuss Tätigen weilt heute noch unter den Lebenden. Mit Dr. Karl Graf von Schönborn trat ein neuer Vorsitzender an die Spitze, mit Prof. Dr. Gerhard Pfeiffer ein neuer Wissenschaftlicher Leiter.

In den Anmerkungen werden Zusammenhänge zu erschließen und Hintergründe aufzuhellen, auch Persönlichkeiten näher vorzustellen versucht, von welchen heute manche vergessen sind. Eckige Klammem [...] bezeichnen Auslassungen des Herausgebers (Wiederholungen, Mitteilungen über persönliches Befinden, Wetter, Bahn-, Busverbindungen u. ä.), unter welche auch die Rechnungsübersichten fallen, die in den Jahresberichten der Gesellschaft gedruckt sind. Ein Ausrufungszeichen in eckigen Klammem [!] steht hinter falsch geschriebenen Namen. Nur in Dokument 91 sind die eckigen Klammem aus der Originalvorlage übernommen worden. Runde Klammem sind in der Regel aus den Originaldokumenten übernommen. Doch sind auch die für einen Orts- oder Personennamen stehenden Initialen in runden Klammen ergänzt worden.

Für Auskünfte, Kopien und Hinweise aller Art ist hier der Dank zu wiederholen an: Herrn Dr. Kurt Andermann (Generallandesarchiv Karlsruhe), Hochw. Herrn P. Dr. Franziskus Büll OSB (Abtei Münsterschwarzach), Jesko Graf zu Dohna (Fürstlich Castellsches Archiv Castell), Herrn Dr. Peter Engel (Ansbach), Herrn Horst Gehringer (Staatsarchiv Coburg), Herrn Dr. Rainer Hambrecht (Staatsarchiv Bamberg), Herrn Hans-Joachim Hecker, Schriftführer des Historischen Vereins von Oberbayern (München), Herrn Dr. Norbert Kandier (Diözesanarchiv Würzburg), Frau Brigitte Martin (TU München), Herrn PD. Dr. Johannes Merz (Diözesanarchiv Würzburg), Herrn Dr. Stefan Nöth (Staatsarchiv Bamberg), Frau Angelika Pabel (Handschriften-Abteilung der Universitätsbibliothek Würzburg), Herrn Dr. Gerhard Rechter (Staatsarchiv Nürnberg), Herrn Erich Resch (Kaufbeuren), Herrn Dr. Erwin Riedenauer (Kirchseeon), S. E. Paul Graf von Schönborn (Wiesentheid), Herrn Dr. Hans-Bernd Spies (Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg), Herrn Markus Sporn (Universitätsarchiv Würzburg) und Frau Dr. Gertrud Stoer (Nürnberg).

 

NACHTRAG ZUR 2. AUFLAGE

Die in kurzer Zeit erforderlich gewordene zweite Auflage der Dokumente machte es möglich, einige neu aufgetauchte und neu aufgefundene Dokumente (darunter besonders wichtig Text 12) einzufügen und den Kommentar durch Hinweise auf meist neueste Literatur zu ergänzen. Mein besonderer Dank für die sorgfältige Betreuung der Korrektur gilt Frau Strauß-Morawitzky.

Erlangen, den 1. September 2010                                                                          A.W.

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