Reihe IX - Darstellungen aus der fränkischen Geschichte - Band 59

» zurück

R09B59

ISBN 978-3-86652-959-5


Hannah Hien

Das Beginenwesen
in fränkischen und bayerischen
Bischofsstädten


2014
. Festeinband
432 Seiten, Register


VK 38,00 EUR

Abbildung auf dem Titelbild: Grabstein der Leukardis von Duggendorf (080820131163) im Kreuzgang der Dominikanerkirche in Regensburg mit freundlicher Genehmigung des Staatlichen Bauamtes, Regensburg

Die Lebensweise der mittelalterlichen Beginen hatte auf den ersten Blick nur wenig mit klassischen weiblichen Biographien zwischen Ehe und Kloster gemein und fand doch über einen langen Zeitraum weite Verbreitung: Frauen, die ein religiöses Leben nicht hinter Klostermauern, sondern in der Welt, ohne Klausur, Ordensregel und dauerhaftes Gelübde führten.

Anhand von sechs Städten im bislang wenig untersuchten Südosten des Heiligen Römischen Reichs gelingt es der Autorin, neue Schlaglichter auf das noch immer rätselhafte Phänomen Begine zu werfen. Die ganz unterschiedlichen Erkenntnisse in Würzburg, Bamberg, Eichstätt, Regensburg, Passau und Freising zeigen die ungeheure Vielfalt dieser Lebensform. Die Studie fragt zunächst nach dem Ursprung des Beginenwesens innerhalb der viel größeren religiösen Frauenbewegung, um anschließend den Wandel im Laufe der Jahrhunderte zu beleuchten. So können überkommene Klischees hinterfragt und vielfach widerlegt werden.

Hannah Hien wurde mit der vorliegenden Arbeit an der Julius- Maximilians-Universität Würzburg promoviert und arbeitet als Archivrätin am Staatsarchiv Bamberg.

1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Fragestellung und Eingrenzung des Themas
1.3 Quellenlage

2. Die einzelnen Städte im Untersuchungszeitraum

3. Religiöse Frauenbewegung und Ursprung des Beginenwesens
3.1 Erklärungsansätze zur Entstehung des Beginenwesens
3.2 Informelle Frauengemeinschaften als Vorläufer von Frauenklöstern (Würzburg und Regensburg)
3.3 Veränderungen in den Würzburger Klausen
3.4 Einzelbeginen und Kleinstgemeinschaften in Regensburg
3.5 Erste Beginengemeinschaften und das Einsetzen ihrer Institutionalisierung (Würzburg)
3.6 Beginen bei Hospitälern? (Bamberg und Regensburg)
3.7 Verspätete Entwicklung: Die Passauer Schwesternhäuser des 14. Jahrhunderts
3.8 Beginen und Bischöfe: Die Reaktion der Obrigkeit
3.9 Zusammenfassung und Versuch einer Definition

4. Beginen- und Seelhäuser als Stiftungen
4.1 Der mittelalterliche Stiftungsgedanke
4.2 Die Stiftungslandschaft in den einzelnen Städten
4.2.1 Würzburg: Schutz durch Institutionalisierung
4.2.2 Regensburg: Seelhäuser als Baustein patrizischer Memoria
4.2.3 Bamberg: Wandel und Vielfalt
4.2.4 Eichstätt: Eine kleinere Stiftungslandschaft
4.2.5 Freising: Das Scheitern einer Stiftung
4.2.6 Passau: Das Ausbleiben von Schwesternhausstiftungen?
4.3 Die Bewohnerinnen der Beginen-/Seelhäuser
4.3.1 Sozialstruktur 4.3.2 Das Leben in den Häusern
4.3.2.1 Aufnahmebedingungen
4.3.2.2 Größe, Organisation und Besitzverhältnisse
4.3.2.3 Tätigkeiten 4.3.2.4 Aufsicht und Seelsorge
4.4 Das Verhältnis zum Umfeld
4.4.1 Die Beginen im Stadtbild und als Nachbarn
4.4.2 Die wechselseitigen Beziehungen zur Stadt und den geistlichen Institutionen
4.4.3 Mythos Verfolgung
4.5 Zusammenfassung

5. Die Entwicklung am Ausgang des Mittelalters
5.1 Weitere Annäherung zwischen Klausen und Beginenhäusern
5.2 Verklösterlichungsbestrebungen im Rahmen der spätmittelalterlichen Ordensreformen
5.2.1 Neue Drittordensgemeinschaften in Würzburg
5.2.2 Staudigels Nonnenhaus in Bamberg: Geplante Verklösterlichung
5.2.3 Die Tertiarinnen auf der Gerd: Bewusste Ansiedlung von Seelfrauen in Freising
5.2.4 Die Entstehung des Augustinerchorfrauenstifts Marienstein in Eichstätt
5.2.5 St. Scholastika zur Gnadenpforten: Verklösterlichung der Würzburger Ulrichsklause
5.3 Beginen-/Seelhäuser als städtische Fürsorgeeinrichtungen
5.3.1 Kommunalisierung und Konzentrierung
5.3.2 Sonderfall Bamberg 5.3.3 Tätigkeit der Bewohnerinnen
5.3.4 Funktionswandel: Beginenhäuser als Armenanstalten
5.4 Zusammenfassung und Ausblick

6. Fazit
6.1 Zur Vielfalt des Beginenwesens im Untersuchungsraum: Das Profil der einzelnen Städte
6.2 Zur besonderen Situation der Beginen im Untersuchungsgebiet: Einordnung in den Gesamtzusammenhang

7. Anhang
7.1 Prosopographisch: Liste der namentlich bekannten semireligiösen Frauen in den einzelnen Städten
7.2 Institutionell: Liste der Frauengemeinschaften in den einzelnen Städten

Abkürzungen und Siglen

Quellen- und Literaturverzeichnis
I. Ungedruckte Quellen
II. Gedruckte Quellen und Literatur

Register

PDF-ICON _ Einleitung

» GfG: Die Buchpräsentation fand am 23. Mai 2014 in den Räumen des Staatsarchivs Würzburg statt

» H-Soz-Kult: Amalie Fößel, Historisches Institut, Universität Duisburg-Essen in H / SOZ / KULT (2015-2-066)

» sehepunkte: Letha Böhringer in sehepunkte 15 (2015), Nr. 2 [15.02.2015]