Der Rosengarten

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WKR B02

ISBN 978-3-940804-00-6


Christian Dümler

Der Rosengarten
der Neuen Residenz in Bamberg


2002
. Broschur
100 Seiten, zahlreiche Abbildungen

VK 9,90 EUR

 

Vom fürstbischöflichen Hofgarten bis zur Rosenkultur der Herzogin Maria Anna in Bayern.
Ein Beitrag zur deutschen Gartengeschichte vom frühen 17. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Der Rosengarten der Neuen Residenz Bamberg wurde in seiner heutigen Gestalt zu Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Zuvor war durch die Säkularisation im Jahre 1802 die Eigenstaatlichkeit des Hochstifts Bamberg verloren gegangen und die Neue Residenz wurde, nachdem das Fürstbistum an das Haus Wittelsbach gelangte, zur Nebenresidenz des im Jahre 1806 gegründeten Königreichs Bayern. Der Rosengarten ging also aus dem Hofgarten der Bamberger Fürstbischöfe hervor. Nachfolgend soll die Wandlung dieses kleinen, gegen Süden und Westen von den drei trapezförmig aneinandergefügten Trakten des Schlosses und im Nordosten von der Burgmauer begrenzten und somit völlig abgeschiedenen Areals von den Anfängen bis zur Gegenwart nachgezeichnet werden, das exemplarisch deutsche Gartenkultur von der Renaissance bis zum Klassizismus spiegelt.

  1. Die Anfänge des Hofgartens im 16. Jahrhundert
  2. Die Neue Hofhaltung und die Anlage des Hofgartens unter den Fürstbischöfen Gebsattel und Aschhausen zu Anfang des 17. Jahrhunderts
  3. Die Ausgestaltung des Hofgartens unter Fürstbischof Fuchs von Dornheim mit einer Muschelgrotte und Pomeranzenbäumen
  4. Das „Grüne Sommerhaus“
  5. Neubepflanzung des Hofgartens in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und das abschlagbare Pomeranzenhaus
  6. Der Hofgarten unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn
  7. Neugestaltung des Gartens durch Balthasar Neumann unter Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn
  8. Umgestaltung des Gartens durch Lorenz Hahn unter Fürstbischof Stadion und der Bau des Gartenpavillons
  9. Der Hofgarten unter Fürstbischof Seinsheim - die Gartenskulpturen des Ferdinand Tietz und der chinesische Kiosk
  10. Die Herzogin Maria Anna in Bayern – der Rosengarten
  11. Die Entstehung von Rosengärten im späten 18. Jahrhundert
  12. Die Rose in Mitteleuropa – eine kurze Kulturgeschichte
  13. Einsturz und Neubau der Burgmauer
  14. Der Rosengarten im 19. Jahrhundert – Unterhalt und Neugestaltung
  15. Die Hofhaltung des Kronprinzen Rupprecht – der Tennisplatz
  16. Der Rosengarten während des ersten und zweiten Weltkriegs
  17. Neubepflanzung des Rosengartens nach 1954
  18. Das Gartencafe der Konditorei Graupner
  19. Die Blutbuche
  20. Restaurierung der Gartenskulpturen
  21. Die zweite Neugestaltung des Rosengartens
  22. Nachwort
  23. Quellenverzeichnis – Literaturverzeichnis – Anmerkungen

Die Geschichte des bislang in der Forschung nicht beachteten Rosengartens im Zeitalter der Renaissance und des Barock war Bestandteil meiner 1999 an der Universität Bamberg eingereichten Dissertation zur Bau- und Ausstattungsgeschichte der Neuen Residenz Bamberg. Während meines Volontariats bei der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen in München regte die Gärtenabteilung eine weiterführende wissenschaftliche Untersuchung an. Auf Grundlage der einschlägigen Archivalien wurde der Gesamtkomplex bis zur Gegenwart bearbeitet und in diesem Kontext auch die Entwicklung der Rose als Kulturpflanze dargelegt. Mein Dank gilt den Referenten der Gärtenabteilung für die kompetente fachliche Unterstützung, wobei ich besonders Herrn Gärtendirektor Stefan Rhotert, des Weiteren Jost Albert, Kurt Grübel und Manfred Stefan erwähne, sowie Norbert Nordmann, der mir in seiner Funktion als Kurator des Planarchivs umfangreiches Material zur Verfügung stellte und - als hervorragender Kenner der Materie - meine Forschung durch zahlreiche Anregungen unterstützt hat. Mein Dank gilt ferner Dr. Werner Helmberger von der Museumsabteilung, der die vorliegende Arbeit als zuständiger Referent für die Neue Residenz von Anbeginn mit Interesse begleitet hat, sowie Dr. Renate Baumgärtel-Fleischmann, Professor Dr. Thomas Korth und Dr. Volker Rößner für zahlreiche weiterführende Anregungen. Nicht zuletzt danke ich ganz besonders Sigrid Strauß-Morawitzky, ohne deren tatkräftiges Wirken die vorliegende Publikation nicht realisierbar gewesen wäre.

Kurz nach Fertigstellung des Manuskripts erschien ein Aufsatz von Gabi Schöpf: Der Obere Hofgarten der Bamberger Residenz von seinen Anfängen bis zur Umgestaltung durch Balthasar Neumann. In: Jahrbuch Weltkulturerbe Bamberg 1 (2000/2001), S. 5 1 - 69, der die Entstehung und Veränderung des Gartens mit dem Schwerpunkt der Bepflanzung und der Umgestaltung durch Balthasar Neumann in den 1730er Jahren behandelt und mit interessanten Ergebnissen aufwartet. Verschiedene wichtige Aspekte der Gartenanlage des 17. Jahrhunderts, wozu die Muschelgrotte, das Lusthaus und das abschlagbare Pomeranzenhaus gehören, werden jedoch erstmals in dem hier vorliegenden Beitrag besprochen, rekonstruiert und in größere Zusammenhänge eingeordnet. Desweiteren hat auch Marion Dubler in ihrem jüngst erschienenen Gartenbuch: Bambergs schöne Gärten - Geschichte und Geschichten, Bamberg 2001, den Rosengarten behandelt, wobei es während der Phase des zeitgleichen Forschens zwischen Frau Dubler und mir einen anregenden und kollegialen Gedankenaustausch gab.